Unter den Gastschulaufenthalten in einem englischsprachigen Land ist das USA-Programm seit Jahrzehnten der Klassiker. Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Programmpreis für den USA-Aufenthalt vergleichsweise günstig. Gründe hierfür sind, dass sowohl der Besuch einer High School als auch die Unterbringung bei einer Gastfamilie unentgeltlich sind. Strenge Einreise- und Aufenthaltsvorschriften machen es erforderlich, dass wir im Gegensatz zu den anderen Ländern mit amerikanischen Partnerorganisationen zusammenarbeiten.
Unsere Schüler werden in ganz USA (auch auf Hawaii und in Alaska) platziert. Durch die Regionenwahl haben Sie die Möglichkeit, Ihre Platzierung in einem Staat Ihrer Wahl zu beeinflussen.
Schulsystem
Das öffentliche Schulsystem fällt in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten. Unterschiede von Staat zu Staat sind daher – vergleichbar mit der Situation in Deutschland – zwangsläufig. Allgemein gilt jedoch, dass die amerikanische High School nach zwölf Schuljahren beendet wird. In den USA findet durchgängig Ganztagesunterricht statt. Das Schuljahr beginnt je nach Bundesstaat Anfang August/Anfang September und endet Ende Mai/Ende Juni. Gastschüler werden in die 10., 11. oder 12. Klasse eingestuft. Das Schuljahr teilt sich regional unterschiedlich in (zwei) Semester oder (drei) Trimester.
School Spirit
Die amerikanische High School lässt sich kaum mit dem deutschen Gymnasium oder der Realschule vergleichen. Die High School ist ein wichtiges Zentrum des sozialen Lebens. Sie ist nicht nur Ort des Unterrichts, sondern auch der vielen „extracurricular activities“. Das große Freizeitangebot – vor allem die zahlreichen Sportaktivitäten – macht deutlich, dass die Schule nicht nur zum Lernen da sein soll, sondern auch Spaß machen kann. Die amerikanischen Schüler identifizieren sich viel stärker mit ihrer Schule als hier bei uns. Sie sind stolz auf ihre Schule, ihre Sportteams und ihre Lehrer. Diese ganz besondere Erfahrung, die auch Sie machen werden, nennt man den „school spirit“. Bei allem Spaß an der Schule sind Schüler in den USA oft disziplinierter, als dies an deutschen Schulen der Fall ist. Schüler mit guten Leistungen sind bei den Mitschülern meist hoch angesehen. Auch wenn der Umgangston zwischen Lehrern und Schülern recht locker ausfällt, ist dies kein Zeichen mangelnden Respekts oder antiautoritären Denkens, sondern entspricht einfach der Mentalität der Amerikaner.
Fächerwahl
Die Lehrplangestaltung der amerikanischen High School ermöglicht es den Schülern, in stärkerem Umfang als in Deutschland auf die eigenen Neigungen einzugehen. Es gibt Pflicht- und Wahlfächer. Englisch ist Pflichtfach für Gastschüler.
Darüber hinaus steht je nach Größe der Schule ein breites Angebot an Fächern und Kursen zur Auswahl. Neben vielen bekannten sind dies beispielsweise: Foreign Languages, Psychology, Business Education, Sociology, Journalism, Engineering, Photography, Economics, Choir, Band, Design, Law Studies, Computer, Theatre (Acting/Directing/Production) und natürlich Sport. Nach jedem Semester oder Trimester können die Fächer neu gewählt werden.
Der Guidance Counselor ist der Beratungslehrer an der High School, der jeden Schüler individuell in schulischen wie außerschulischen Fragen berät. Zu seinen Aufgaben gehört auch Ihre Einstufung in die Klasse 10 (Sophomore), 11 (Junior) oder 12 (Senior). Er steht Ihnen bei der Fächerauswahl zur Seite und hilft bei der Entscheidung, welchen Schwierigkeitsgrad („level“) Sie in den einzelnen Fächern wählen. Angeboten werden auch „advanced placement“-Kurse, die etwa unseren Leistungskursen entsprechen, sowie College-Vorbereitungskurse.
Sport & Activity Clubs
Der Nachmittag an der High School wird für die vielen angebotenen Aktivitäten genutzt. Wer möchte, kann sich z.B. aktiv an einer der vielen Sportarten beteiligen: Soccer, American Football, Basketball, Baseball, Volleyball, Leichtathletik, Schwimmen, Tennis, Golf, Surfen, Segeln, Reiten, Skilaufen, Eishockey – je nach Region und Entscheidung der Schule. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Schulmannschaften, die angefeuert von Mitschülern, Freunden und Eltern regelmäßig gegen andere Schulen antreten.
Wer musikalisch ist, kann im Schulorchester oder in einer Band mitspielen, im Chor singen oder bei den „cheerleaders“ mitmachen. Arbeitsgruppen wie „student government“, „school-dance committee“, „school-newspaper“, „year-book“ usw. fördern Teamgeist und Führungsqualitäten. Auf dem Programm jeder High School stehen Schulfernsehen, Theateraufführungen, Musicals, Konzerte, Exkursionen, Parties und Bälle. Die „prom“ ist der festliche Abschluss der High School.
Unterricht & Graduation
Der Unterricht findet montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr statt. Der Schulbus bringt Sie zur Schule und zurück. Der Stundenplan ist jeden Tag gleich. Anders ist auch, dass die Schüler und nicht die Lehrer das Klassenzimmer wechseln. Die Notenskala reicht von „A“ bis „F“. Am Ende eines Semesters/Trimesters erhalten Sie ein Zeugnis („report card“).
Das Mittagessen wird während einer Pause in der Schule eingenommen. Ferien gibt es neben der 10-wöchigen „summer vacation“ an Weihnachten und Ostern (spring break).
Wenn Sie die 12. Klasse (Senior) besuchen, haben Sie eventuell die Möglichkeit, an der „graduation“ teilzunehmen. Ob Sie daran teilnehmen dürfen, entscheidet allerdings allein der Direktor der High School vor Ort. Dieser Abschluss wird im deutschen Bildungssystem nicht anerkannt.
Ihre Gastfamilie
Gastfreundschaft:
Die USA sind über alle Grenzen hinaus als ein sehr gastfreundliches Land bekannt. Der Gedanke, einen Gastschüler in die eigene Familie aufzunehmen, hat eine lange Tradition. Es gibt Gastfamilien, die sich zum ersten Mal entschließen, mit einem neuen Familienmitglied zu leben. Doch gibt es auch welche, die seit vielen Jahren immer wieder Schüler aus den verschiedensten Ländern bei sich aufnehmen.
Typische Gastfamilie:
Die typische Gastfamilie gibt es natürlich nicht, jede ist einmalig und zugleich anders. Vielleicht entspricht Ihre Gastfamilie nicht unbedingt der klassischen Vorstellung von Eltern mit Kindern in Ihrem Alter. Ob nun relativ junge Ehepaare oder ältere, deren eigene Kinder bereits aus dem Haus sind, ob kinderlose Paare oder Alleinerziehende – allen gemeinsam ist der Wunsch, ein neues Familienmitglied bei sich aufzunehmen.
Auswahl der Gastfamilien:
Unsere Gastfamilien kommen aus dem amerikanischen Mittelstand. Potentielle Gastfamilien bewerben sich mit entsprechenden Referenzen bei unserer amerikanischen Partnerorganisation. Bei einem Besuch in ihrem Zuhause und einem Auswahlgespräch mit dem zuständigen Repräsentanten wird über ihre Eignung entschieden.
Eine nette Gastfamilie ohne eine geeignete High School nützt nichts. Als nächstes muss deshalb geprüft werden, ob an der für den jeweiligen Schulbezirk ausschließlich in Frage kommenden High School ein Platz zu bekommen ist. Erst dann steht der Aufnahme eines Gastschülers nichts mehr im Wege.
Unsere Teilnehmer werden in allen Staaten der USA, in den unterschiedlichsten Regionen, in ländlichen Gegenden, in kleinen bis mittelgroßen Städten, nicht jedoch in Großstädten (außer Vororten) platziert. Oberstes Platzierungskriterium ist dabei die Suche nach der geeigneten Gastfamilie, wobei der Wohnort untergeordnet ist. Wenn Sie sich unbedingt den Aufenthalt in einer Region Ihrer Wahl vorstellen, ist dies gegen Aufpreis (siehe Programmpreise) möglich. Sie wählen aus einer Region drei Staaten und wir werden uns bemühen, Sie in einem davon zu platzieren. Auch für Hawaii, Alaska oder Illinois können Sie sich bewerben (siehe Übersichtskarte).
Sobald Ihre Gastfamilie gefunden ist, werden Sie von uns umgehend benachrichtigt, damit Sie mit Ihren „neuen“ Eltern Kontakt aufnehmen können. Die Adresse Ihrer Gasteltern wird voraussichtlich zwischen Februar und Juli (für Abflug im August) bzw. zwischen Oktober und Dezember (für Abflug im Januar) eintreffen. Natürlich können wir den genauen Zeitpunkt Ihrer Platzierung nicht exakt vorhersehen. In jedem Fall erhalten Sie die Anschrift der Gastfamilie spätestens zwei Wochen vor Abflug.
Gastfamilienwechsel:
Wenn berechtigte Gründe für einen Gastfamilienwechsel vorliegen, werden Sie nach Zustimmung unserer amerikanischen Partnerorganisation umplatziert. Ihr zuständiger Repräsentant wird eine andere Gastfamilie für Sie auswählen. Damit Sie weiterhin dieselbe High School besuchen können, erfolgt die neue Platzierung vorrangig in der näheren Umgebung.
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